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Der Modelmörder
Leseprobe -Die Teufelsanbeter - und -Der Modelmörder-

 

Die Teufelsanbeter

 

Thorsten und Pia standen auf dem Friedhof und vom Neckar wehte eine leichte, kühle Brise über die Stadt.

Es war 23.30 Uhr und die Nacht hatte sich schon lange über den Tag gelegt.

Sie trafen sich immer an dieser Stelle, aber heute war es etwas Besonderes: eine neue Anhängerin sollte gefeiert werden.

Für Pia war es die erste Aufnahmefeier und sie war schon ziemlich aufgeregt.

Pia selbst hatte noch keine Aufnahme bekommen, sie war erst vor einem Monat dazugestoßen, und um ein vollkommenes Mitglied zu werden, musste man sich erst beweisen.

Erst dann wurde man aufgenommen und mit dem sogenannten Luzifer verheiratet.

Noch wusste Pia nicht, was auf sie zu kommen sollte, alle machten ein riesiges Geheimnis um die Aufnahme und die Prüfungen.

Pia war von Thorsten in einem Café angesprochen worden und fand ihn von Anfang an toll, auch wenn seine Kleidung, Lippen und Nägel schwarz waren.

Sie war eigentlich ein sehr konservatives Mädchen und stammte aus einem streng katholischen Hause.

Vielleicht fand sie Thorsten gerade deshalb so faszinierend.

Sie traf sich ein paar Mal mit ihm und er erzählte ihr schließlich, dass er ein Teufelsanbeter sei und einer Sekte namens Devils angehörte.

Pia störte das nicht, sie fand alles eher sehr aufregend und faszinierend. Er nahm sie öfter mit auf den Friedhof und mit der Zeit fand Pia sogar Gefallen an der Sache.

Nach genau einem Monat meinte Thorsten, dass es an der Zeit wäre, eine Aufnahmeprüfung mitzuerleben.

Thorsten kaufte ihr eigens dafür ein schwarzes Samtkleid, schminkte ihr Gesicht weiß, die Lippen rot und die Augen schwarz.

Ihre schwarzen Haare fielen ihr auf die Schultern und machten die Verwandlung perfekt. Pia sah in den Spiegel und fand das, was sie erblickte, sehr schön. Kurz dachte sie an ihre Eltern, denn so, wie sie jetzt aussah, war sie kaum noch wieder zu erkennen.

Pia trug sonst nur Jeans und die Oberteile waren eigentlich immer hell und freundlich. Schminke benutzte sie auch nur sehr wenig, sie war eher der natürliche Typ.

Sie schaute Thorsten an und musste lächeln.

Langsam musste Pia sich eingestehen, dass sie sich in Thorsten verliebt hatte.

Das fand alles in Thorstens Wohnung statt, einer kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung in der Innen- stadt.

Alles in der Wohnung war schwarz, von den Wänden bis zum Bettüberzug:

Überall standen Totenköpfe und schwarze Kerzen herum und an den Wänden hingen Teufelsbil- der.

Aber auch das störte sie nicht.

Pia fielen zwei Bilder ins Auge, auf denen ein etwa dreißigjähriger Mann abgebildet war. Auch er war schwarz gekleidet und seine Augen und Lippen hatte er schwarz bemalt. Seine Barthaare waren zu einem Henriquatre geschnitten und ließen ihn dadurch älter wirken. Aber Pia gefiel das sehr gut und sie fand ihn irgendwie attraktiv und geheimnisvoll.

Seine Handschuhe, die ihm bis an die Ellenbogen reichten, waren blutrot.

Thorsten erklärte ihr, dass der Mann auf den Bildern sein Anführer sei und dass er sich selbst Luzifer nannte.

„Kaum einer kennt seinen richtigen Namen“, erklärte Thorsten voller Stolz.

Die Zwei wollten die Wohnung gerade verlassen, da versuchte Pia Thorsten zu küssen, aber Thorsten schob sie bestimmt von sich weg und meinte:

„Bitte Pia, das dürfen wir noch nicht, erst, wenn du deine Aufnahmeprüfung hinter dir hast.“ Pia war etwas verwirrt über diese Aussage und sie lief rot an, nahm es aber so hin.

Pia war jetzt 18 Jahre alt, aber außer einem Zungenkuss mit einem Schulkameraden auf einer Ge- burtstagsfete hatte sie noch keine sexuellen Erfahrungen gesammelt.

24 Uhr, endlich war es so weit, die restlichen Anhänger tauchten auf.

Die meisten Mitglieder hatte Pia bereits kennengelernt. Pia bekam wegen ihres wunderschönen Samtkleids viele Komplimente und sie fühlte sich sehr gut und begehrenswert.

Sie bewunderte aber auch die Kleider der anderen Anhängerinnen, die ebenfalls sehr schmeichelhaft geschnitten waren.

Alle waren heute ungewöhnlich festlich gekleidet: Jede Frau trug ein schwarzes Kleid mit viel Spitze, schwarze Handschuhe und einige Frauen trugen sogar kleine schwarze Hüte, auf dem Kopf und Pia bemerkte, dass die männlichen Anhänger auffälliger geschminkt waren als sonst.

Dann fiel Pias Blick auf fünf Frauen in roten Gewändern, die langsam und würdevoll den Weg entlang schritten.

Die roten Mützen waren so tief ins Gesicht gezogen worden, dass man ihr Gesicht kaum erkennen konnt e.

Alle trugen lange, rote Handschuhe.

Thorsten nahm Pia am Arm und sagte ihr, dass sie noch ein Stück laufen müssten.

Sie kamen an einer kleinen Kapelle an, deren Tür stand offen und der Raum wurde von schwarzen Kerzen in ein seichtes Licht getaucht.

Darin stand nur ein Altar auf einem Podest, ein großes, umgedrehtes Kreuz hing an der Wand über diesem Altar.

Die fünf Frauen positionierten sich um den Altar und als hätten sie ein unsichtbares Zeichen erhalten, streiften sie ihre Kapuzen elegant vom Kopf, danach öffneten sie ihre roten Umhänge.

Sie waren unter ihren Gewändern sehr sexy und verführerisch gekleidet.

Alle fünf Anhängerinnen hatten schwarze Haare, einige waren gelockt, andere hatten glatte Haare.

Alle anderen Anhänger, auch Pia, versammelten sich nun rechts und links vor dem Altar, so, dass eine Gasse in der Mitte freigelassen wurde.

Dann erschien ein Mann in schwarzer Kleidung.

Darüber trug er einen langen roten Umhang, der aufgeknöpft war.

Er sieht wahnsinnig gut aus, dachte Pia.

Sie konnte ihren Blick nicht von ihm abwenden und starrte ihn an.

Auch er schaute zu ihr rüber, als hätte er ihren Blick auf sich ruhen gespürt und lächelte sie an.

Pia erkannte ihn augenblicklich, es war der Mann von Thorstens Bildern.

Er lief auf den Altar zu und alle verneigten sich vor ihm.

Thorsten zog Pia mit sich nach unten und daraufhin musste auch sie sich unweigerlich verbeugen.

Der Mann stellte sich hinter den Altar und erhob seine Hände, dann sagte er: „Ich grüße euch, meine Kinder.“ Pia wurde jetzt ziemlich nervös und sie fühlte ein Kribbeln in ihrer Magengrube.

Dann küsste eine der Frauen die Hände von dem sogenannten Luzifer und sagte demütig:

„Luzifer, es ist so weit! Die neue Anhängerin ist bereits eingetroffen.“

Zwei Frauen verließen leise die Kapelle und kamen kurz darauf mit einer Frau in einem goldenen Mantel zurück.

Auch sie trug ihre goldene Mütze auf dem Haupt, aber Pia konnte erkennen, dass sie ihre Augen geschlossen hielt.

Die zwei Frauen mussten sie stark stützen, damit sie laufen konnte, denn sie torkelte stark umher.

Schließlich wurde sie zu Luzifer an den Altar gestellt, mit dem Rücken zu ihm.

Pia war voller Erwartung, was wohl als Nächstes passieren würde und konnte es kaum erwarten.

Einer der Anhänger schloss die Tür.

Luzifer streifte langsam die Mütze von dem Kopf der Frau und Pia sah das Gesicht.

Sie war sehr hübsch, hatte lange, schwarze, glänzende Haare, so wie die meisten Anhängerinnen.

Pia schätzte sie auf nicht älter als 18 Jahre.

Ihre Augen waren noch immer geschlossen und sie schwankte leicht hin und her.

Dann drehte Luzifer sie zu sich herum und öffnete das goldene Gewand. Es glitt lautlos zu Boden und darunter war sie nackt.

Die junge Frau konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten und setzte sich auf den Altar.

Die Augen öffnete sie noch immer nicht und jetzt wurde Pia richtig nervös, ihre Hände wurden feucht und sie begann leicht zu zittern.

Pia suchte Thorstens Blick und er bemerkte es auch sofort.

Thorsten erwiderte ihren Blick und sagte leise: “Es wird dir gefallen, Pia. Für die Anhängerinnen ist es eine große Ehre, von Luzifer persönlich auserwählt worden zu sein.

Sieh nur, diese Anhängerin trägt einen goldenen Mantel und keinen Schwarzen.

Das bedeutet, sie wird mit Luzifer selbst verheiratet und gehört ganz ihm – und nur ihm alleine.

Bei einem schwarzen Mantel bekommt sie von Luzifer lediglich eine Aufnahme, dann darf sie sich auch mit anderen paaren.“ Pia schaute wieder zum Altar, ohne etwas zu erwidern.

Luzifer fasste die Frau an den Schultern und drückte sie leicht auf den Altar herunter.

Die Frau leistete keinen Widerstand und legte sich gehorsam hin, danach spreizte sie leicht ihre Beine.

Zwei Frauen, die am Altar standen, streiften Luzifer den roten Mantel vom Körper.

Seine schwarze Kleidung zog er sich selbst aus.

Pia stand mit zitternden Händen und einem offenen Mund starr da und schaute sich das Spektakel erschrocken an.

Sie wusste, was gleich geschehen würde und war schockiert.

Als Luzifer nackt vor dem jungen Mädchen stand und man seine Erektion deutlich sehen konnte, erhob er seine Hände und sprach die junge Frau nun direkt an: „Du bist meine Auserwählte und ich werde dich nun zu meiner Frau machen.

Ab jetzt darfst du dich nicht mehr mit anderen paaren.“ Danach drang Luzifer mit einer einzigen, schnellen Bewegung hart in die Frau ein und sie stieß einen kurzen Schrei aus.

Noch immer hatte sie ihre Augen fest geschlossen und Pia hielt ihre zitternde Hand vor den Mund und schüttelte ungläubig den Kopf.

Pia schaute wie in einem Rausch und in Zeitlupe auf den Altar, auf Luzifer und die Frau.

Luzifer stöhnte inzwischen immer wieder auf und alle jubelten und klatschten.

Nur Pia stand schweigend und unfähig sich zu bewegen auf ihrem Platz.

Als Luzifer hörbar zum Orgasmus gekommen war, rannte Pia aus der Kapelle raus in die Nacht.

Erschrocken schaute Thorsten ihr hinterher und Luzifer, dessen Aufmerksamkeit vom Geräusch der Tür geweckt worden war, ließ von der Frau ab, machte eine unmissverständliche Handbewe- gung und bedeutete damit, dass man Pia unverzüglich folgen sollte.

Der Anführer zog sich schweigend wieder an und jetzt herrschte absolute Totenstille in der kleinen Kap elle.

Thorsten trat mit gesenktem Blick an den Altar und sprach: „Es tut mir leid, Herrscher. Bitte verzeiht mir, ich habe sie zu früh mit gebracht. Aber Pia ist etwas ganz Besonderes und ich dachte, sie wäre schon so weit.“ „Du wirst deine Strafe erhalten, Untertan, aber sie wird milde ausfallen.

Pia ist mir in der Tat aufgefallen und sie wird, wenn sie so weit ist, eine Aufnahme erhalten.“ Thorsten verneigte sich tief und voller Dankbarkeit vor Luzifer und lief auf die Kapellentür zu.

In der Zwischenzeit waren zwei männliche Anhänger Pia nach draußen gefolgt. Sie stand vor der Kapelle und weinte.

Für Pia war es schrecklich gewesen mit ansehen zu müssen, was sich in der Kapelle ereignet hatte und so bemerkte sie die zwei Anhänger erst, als es schon zu spät war.

Sie versuchte noch wegzulaufen, aber da schnappte einer der beiden Männer sie am Oberarm und hielt sie fest.

Jetzt kam auch der Andere und packte sie am anderen Oberarm.

Pia versuchte verzweifelt sich mit all ihrer Kraft zu wehren, aber sie hatte keine Chance. Dann wurde die Tür aufgerissen und Thorsten trat zornig heraus.

Er ohrfeigte Pia so heftig, dass ihr Kopf zur Seite flog, ihre Lippe leicht aufplatzte und ein wenig Blut hervorquoll.

Dann schrie er: „Du hast unseren Herrscher beleidigt! Wie konntest du nur, Pia?“ Pia war dermaßen schockiert über Thorstens Verhalten, dass sie nichts erwidern konnte und ihn einfach nur fassungslos anstarrte.

Die Tür öffnete sich erneut und Luzifer trat aus der Kapelle. Er stellte sich neben Thorsten, der sich sofort verbeugte. „Na, na. Lass Pia in Ruhe, sie muss noch viel lernen.“ Danach nahm er seinen Finger, wischte über Pias blutige Lippe und kostete davon. „Ich denke, wir werden uns noch sehr gut verstehen“, und mit einem bedeutungsschweren Blick wandte er sich direkt an sie, „oder meinst du nicht, Pia?“ Pia äußerte sich nicht zu dieser Frage und Luzifer verschwand in der Nacht.

 


Der Modelmörder

Ich wachte in einem dunklen Raum auf.

Es roch modrig und mir war kalt, es war kein Geräusch zu hören.

Mein Kopf schmerzte und ich hatte einen trockenen Mund.

Ich versuchte etwas zu sagen und bemerkte, dass meine Lippen stark angeschwollen waren.

Jetzt geriet ich in Panik, mein Atem ging schneller und mein Herz raste.

Ich versuchte mich zu erinnern, wie ich hier hergekommen war, und fasste an meinen Bauch.

Dann fiel mir plötzlich alles wieder ein ...

 

 

Ich war jetzt 25 Jahre alt, arbeitete als Innenarchitektin in einem erfolgreichen Unternehmen.

Seit drei Jahren hatte ich einen lieben Freund, Tom, eine tolle Wohnung in der Innenstadt und war mit meinem Leben sehr zufrieden.

Eines Tages sprach mich in meinem Lieblingscafé eine Frau an.

Ich besuchte das kleine Café jeden Montag und Donnerstag in meiner Mittagspause.

An den beiden Tagen hatte ich eine längere Pause als an den restlichen Tagen.

Meistens kam meine Kollegin Nena mit ins Café, heute war sie nicht dabei.

Die Frau war recht hübsch.

Ich schätzte sie auf etwa 45 Jahre, sie war gut gekleidet und hatte eine braune Aktentasche dabei.

An diesem Tag veränderte sich mein Leben.

„Guten Tag, mein Name ist Francis Magazini und ich bin auf der Suche nach neuen Gesichtern, ich suche Models für unsere Agentur.“

„Hallo, ich heiße Anna und bin jetzt etwas überrascht“, sagte ich und lächelte die Frau an. „Du bist mir sofort aufgefallen, genau, was wir suchen: Schlank, groß, dunkelbraune lange Haare und eine weiche Ausstrahlung, perfekt!“ „Vielen Dank, ich fühle mich geschmeichelt.“

„Ich werde Dir meine Visitenkarte geben und hoffe, dass Du Dich bald bei uns meldest.“

Nach diesen Worten verschwand die Frau auch schon wieder.

Ich hielt die Visitenkarte in der Hand und für einen kurzen Moment überlegte ich sogar, ob ich da anrufen sollte, verwarf diesen Gedanken zwar schnell wieder, erwischte mich aber dabei, wie ich die Karte beim Hinausgehen in die Jackentasche steckte.

Abends erzählte ich Tom, meinem Freund, von der Begegnung mit Francis Magazini. „Ich wundere mich nicht, dass Dich jemand anspricht, Du bist eine sehr hübsche Frau. Ich würde anrufen, was hast Du zu verlieren.“ „Eigentlich hast Du recht, ich kann es mir ja mal ansehen und dann entscheiden.“

Gesagt, getan.

Am nächsten Tag rief ich in der Agentur an und ließ mir Francis geben.

„Ich bin froh, dass Du angerufen hast, es wäre schade, so ein tolles Gesicht wie das deine nicht in eine Agentur zu bringen.“ Francis Magazini lud mich zu einem Gespräch für den nächsten Tag ein.

Darauf rief ich bei meiner Freundin Emilie an und erzählte ihr alles.

Emilie kannte ich jetzt seit sechs Jahren, wir lernten uns in der Schule kennen, sie studierte damals genau wie ich Innenarchitektur.

Sie war begeistert und holte mich eine Stunde später zu einer Shoppingtour ab.

Ich suchte mir ein langes schwarzes Kleid aus, das meine Figur betonte und meinen Busen größer wirken ließ.

Nicht, dass ich das nötig hatte, denn ich fand meinen Busen perfekt.

Ich hatte eine 75b und sie waren fest und straff, aber Emilie meinte, dass es nicht schaden könnte.

Am Abend erzählte ich Tom von meinem Tag und zeigte ihm das Kleid, indem ich es anzog und mich an den Türrahmen stellte. „Hm, heiß" ,waren Toms Worte

und er kam auf mich zu und zog mir das Kleid aus.

Wir liebten uns die ganze Nacht.

Tom war ein sehr guter Liebhaber und wir ergänzten einander sehr gut.

Ich kam in der Agentur an und wurde von der Empfangsdame herzlich begrüßt.

„Ah, Sie müssen Anna Kern sein, Francis hat nicht zu viel versprochen, Sie sind ja wirklich sehr hübsch.

Gehen Sie bitte den Flur entlang, die zweite Tür auf der rechten Seite wartet Francis auf Sie.“

Ich brachte ein „Vielen Dank“ heraus und lief den Flur entlang.

Ich klopfte an und Francis bat mich herein. „Bitte setz Dich doch, Anna“, sagte Francis zu mir und zeigte auf einen freien Stuhl.

„Also Anna, ich werde gleich mit der Tür ins Haus fallen, ich denke, dass Du am Modeln interessiert bist, sonst wärst du ja nicht hier.

Wir werden jetzt Deine Formalitäten aufnehmen.

Und ich hätte nächste Woche ein Fotoshooting für Dich.

Es geht um glamouröse Abendmode. “

„Wow, das geht ja schnell, damit hätte ich nicht gerechnet“, meinte ich zu Francis und war total perplex über die Schnelligkeit, die sie an den Tag legte.

„Ja, wenn ich etwas mache, dann richtig.

Und Du warst genau das Gesicht, das ich gesucht habe, Dir wird es bei uns gefallen, wir sind wie eine große Familie“, erwidert Francis mit einem breiten Lächeln im Gesicht.

Ich willigte ein, schrieb meine Daten auf und nahm einen Vertrag mit.

Tom sollte ihn erst für mich prüfen, als Rechtsanwalt hatte er ja genug Erfahrung mit so etwas; ich hätte mit Sicherheit das eine oder andere überlesen. „Schatz, es ist alles in Ordnung mit diesem Vertrag, du kannst ihn ohne Bedenken unterschreiben“,

meinte Tom zu mir, nachdem er ihn gelesen hatte. „Okay, der Termin für die Fotos ist nächsten Samstag, möchtest Du mich begleiten, Tom? „

„Ja, sehr gern, aber ich muss Dich warnen.

Wenn alle Abendkleider so sexy sind, wie dein neues schwarzes, dann muss ich Dich gleich am Set vernaschen. “

Die Woche verging sehr langsam, ich war sehr nervös und freute mich auf das Shooting.

Auf meine Arbeit konnte ich mich nicht richtig konzentrieren und nachts fiel mir das Schlafen schwer.

Ich fühlte mich wie ein Kind, das bald den ersten Schultag vor sich hatte.

Zur Ablenkung traf ich mich oft mit Emilie.

Sie konnte mich schon immer sehr gut ablenken.

Als der Tag endlich kam, musste Tom mich ständig beruhigen.

Ich war so nervös, dass ich nicht mal frühstücken konnte, bis wir am Set ankamen.

Ich stieg aus und wurde immer ruhiger.

Tom meinte, dass ich ein merkwürdiger Mensch sei.

Die Abendkleider waren atemberaubend, eines schöner als das andere und ich blühte während des Fotografierens richtig auf.

Irgendwann fragte mich der Fotograf, der sich bei mir als Kevin Maus vorstellt hatte, interessiert: „Anna, Du bist Dir sicher, dass du noch nie gemodelt hast, denn du machst das wie ein Profi, nur, dass Du nicht so rumzickst. “ „Ja, ich bin mir sicher, ich mache das zum ersten Mal. „ entgegnete ich. „Erstaunlich, Du hast Potenzial, weiter so.“ Tom zwinkerte mir zu und ich musste lächeln. Ich wusste sofort, dass ich öfter modeln wollte, es machte mir Spaß und die Komplimente taten meiner Seele gut.

Nach dem Shooting war ich ziemlich fertig und legte mich schlafen.

Modeln war sehr anstrengend, machte aber unheimlichen Spaß.

Ich schlief zwei Stunden, dann klingelte das Telefon. Tom nahm ab und kurz darauf kam er zu mir ins Schlafzimmer. „Anna, Telefon, es ist Francis.“

„Hallo Francis“, sagte ich noch etwas verschlafen.

„Hallo Naturtalent, ich hoffe Du hast jetzt Zeit, hier ist jemand, der Dich kennenlernen will.

Er ist ein hohes Tier in der Modelbranche und hat Deine Fotos gesehen.“

Francis war sehr aufgeregt und sprach sehr schnell. „Klar hab ich Zeit, wo soll ich hinkommen? „ „Ein Wagen wird Dich in einer halben Stunde abholen und zu einer großen Agentur fahren, der Fahrer heißt Magnus und ist mein Bruder.“ Genau eine halbe Stunde später stand Magnus vor der Tür. Ich machte die Wagentür auf und stieg ein.

„Hallo, Du musst Magnus sein, ich heiße Anna.“ „Ja, ich weiß, du bist die Neue, wir werden wohl jetzt öfter miteinander zu tun haben“, sagte Magnus etwas unfreundlich und fuhr los.

Mir fiel sofort eine große Narbe über seinem rechten Auge auf.

Sie war dick und ging von der rechten Augenbraune bis zu seinem Wangenknochen.

Ohne diese Narbe, vielleicht mit einem neuen Haarschnitt und ohne diese dicke Brille würde Magnus gar nicht mal so schlecht aussehen, dachte ich mir.

Wir kamen nach 15 Minuten in der Agentur an.

Wir sprachen die ganze Zeit kein Wort, sein Blick war so grimmig, dass ich auch nichts zu ihm sagte.

Mit einem kurzen „Tschüss“ stieg ich aus dem Auto aus und Magnus fuhr ohne ein Wort weiter.

Ich wollte gerade hineingehen, da kam mir auch schon Francis entgegen. „Hallo Anna, komm mit rein, wir warten schon auf Dich. Schön, dass Du Zeit hast.“

Francis führte mich in ein großes Büro, auf einem schwarzen Sessel saß ein älterer Mann und blätterte in einer Zeitschrift. „Ah, das muss Ihr Naturtalent sein, Francis, Ausstrahlung hat sie auf jeden Fall“, sagte der Mann, stand auf und gab mir die Hand. „Wenn ich mich vorstellen darf: Ich heiße Wolfgang Klotz und bin Ihre Zukunft- natürlich nur, wenn Sie wollen.“ Wir sprachen noch eine Stunde miteinander, bis ich mich verabschiedete.

Wolfgang Klotz wollte einmal die Woche Fotos von mir machen, und Aufträge hatte er auch schon genug für mich, von einfacher Werbung bis hin zu Laufstegarbeiten. Natürlich musste ich das Laufen erst noch erlernen, aber damit hatte ich keine Probleme; ich nahm mir vor, in meinem jetzigen Beruf etwas kürzerzutreten, um alles unter einen Hut zu bekommen.

Magnus holte mich wieder ab und fuhr mich nach Hause.

Auch auf dem Heimweg sagte er kein Wort und sein Blick war noch grimmiger.

Ich stieg aus dem Auto und sagte zu mir:

„Was für ein seltsamer Typ ist das denn?“ Tom empfing mich mit Sekt und einem Kerzenmeer.

Wir verbrachten einen wundervollen Abend.